Rhabarberkuchen

Rhabarber war mir lange Zeit unbekannt. Ich weiß auch nicht mehr wann ich das erste Mal einen Rhabarberkuchen gegessen habe, aber seitdem bin ich ein Fan. Ab und zu.

Einen saftigen Rhabarberkuchen kann man ganz schnell backen. Dafür erhält man sogar alle Zutaten entweder unverpackt oder plastikfrei.

Heute ist der 01.Juni und endlich schön warm. Ich habe mich auf den Weg zum Bremer Wochenmarkt gemacht, zwischendurch im Unverpackt-Laden Selfair und Alnatura angehalten, um dann die restlichen Zutaten frisch auf dem Markt einzukaufen.

8 Zutaten

  • 500g Rhababer
  • 250g Dinkelvollkornmehl
  • 200g Zucker
  • 75g Öl oder Kokosfett
  • Vanille
  • 1 Pk. Backpulver
  • 3 Eier oder Eiersatz
  • Mandeln

Rhabarber zubereiten

Die Rhabarberstangen waschen, der Länge nach halbieren und in ca. 1 cm große Stücke schneiden.

Danach mit drei Esslöffeln Zucker die Stücke in einer Schüssel gut vermengen.

Der Rhabarber kann nun zur Seite gestellt werden.

Teig zubereiten und backen

Alle Zutaten, außer die Mandeln, ein wenig Zucker und Öl/Fett, in einer großen Rührschüssel zu einem glatten Teig vermengen. Statt der Eier kann auch gerne Eiersatz oder Apfelmus verwendet werden.

Die Hälfte des Teiges in eine gefettet Springform geben und darauf die Hälfte des Rhabarbers verteilen. Anschließend erst die zweite Hälfte des Teiges und dann den Rhabarber hinzu geben.

Der Kuchen kann nun bei 180°C im Backofen gebacken werden. Nach 30-60 Minuten sollte der Teig gar sein, das hängt hier immer von der Leistung des Ofens ab. Einfach regelmäßig mit einem Holzstab prüfen (es darf kein Teig am Holz kleben bleiben).

Mandeln

Inzwischen können die Mandel mit einem Mixer grob zerkleinert werden. Je nach Belieben können die Mandelstücke mit etwas Öl/Fett in einem Topf erhitzt werden, bis sich eine homogene Masse ergibt.

Diese wird 5 Min. vor Backzeitende auf dem Kuchen verteilt und mitgebacken.

Marokko – Marrakesch & Essaouira

Wir kommen mitten in der Nacht an. Marrakesch leuchtet golden, selbst in der Nach und aus dem Flugzeug kann ich ziemlich genau erkennen, dass sich die Lichter zum Stadtkern verdichten. Wie ein goldenes Spinnennetz erstreckt sich die Stadt durch die Wüste. Afrika. Zum ersten mal in meinem Leben.

Der Flughafen ist pompös und blendet uns mit seiner erstaunlichen Sauberkeit. Ich fühle mich ein bisschen wie in Dubai, obwohl ich noch nie dort gewesen bin. Die Passkontrolle dauert eine Ewigkeit. Nach 2 Stunden treten wir aus den Türen und werden, neben einer angenehmen nächtlichen Wärme, auch von zahlreichen Taxifahrern empfangen. Indirekt. Sie nehmen uns wahr, bleiben aber alle in dem Halbkreis stehen, der den Ausgang umsäumt. Ich fühle mich komisch. Was die Männer wohl von uns denken? Drei unsichere Mädels, die vergeblich auf ihren Fahrer warten und nicht wissen, wohin sie gehen sollen oder wen sie fragen sollen. Wir rufen Dominique an, unsere Airbnb Vermieterin. Logisch. Zum Glück nimmt sie ab und schickt uns erneut einen Fahrer. Durch unseren verspäteten Flug hatten wir den ersten verpasst.

Ein schicker SUV holt uns ab. Dass ich einen Luxusurlaub gebucht hatte war mir nicht bewusst. Tatsächlich ändert sich die Situation abrupt. Der große Wagen passiert eine Stadtmauer nach der anderen. Es sind kaum Leute auf der Straße unterwegs. Die Straßenbeleuchtung nimmt ebenfalls ab, je weiter wir wir uns dem Stadtzentrum nähern.

Der Wagen hält. Die Gassen sind mittlerweile so eng, dass wir nicht mehr weiter kommen.

„Ihr müsste jetzt aussteigen!“, sagt der Fahrer. Weder sein Englisch, noch sein Französisch reichen aus, um eine freundliche Unterhaltung zu führen. Vielleicht ist es dafür auch schon einfach zu spät in der Nacht.

„Ich bin Youssef, ich bringe euch zum Riad!“ ruft der junge Mann, der plötzlich neben uns auftaucht. Wir folgen ihm. Müssen wir auch, denn er hat sich zügig unsere Koffer geschnappt. Die Gassen sind sehr schmal, uneben, dreckig und dunkel. Ich habe tatsächlich Angst. Sind wir auf ein Scheinangebot reingefallen?

Ich kann mich beruhigen, denn das Riad wird in einem der Reiseführer empfohlen. Wir sind eben nicht mehr in Deutschland. Bereits in Thailand habe ich eine andere Kultur kennengelernt. Ich habe Vertrauen, trotz der Stimmer meiner Mutter im Ohr.

Blick auf das Atlasgebirge von der Dachterrasse des Riads Dombaraka

Am Morgen erwachen wir in einem traumhaften Zimmer und genießen ein wunderbares Frühstück auf der Dachterrasse. Youssef ist sehr liebenswürdig und steht uns mit all seinem Wissen stets zur Seite. Das Abenteuer kann beginnen!

Le Jardin de Majorelle

Die Medina ist chaotisch, laut, staubig und eng. Egal ob Motorroller, Fahrrad, Kinder, Essel mit Wagen, auf seine Füße aufzupassen ist das Wichtigste.

Wer eine entspannte Abwechslung zum wuselnden Stadtleben braucht bahnt sich seinen Weg durch die Medina zum Garten Le Jardin de Majorelle.

Palmen, Kakteen und andere exotische Pflanzen verzaubern hier jenes Gärtnerherz.

Atelier von Jacques Majorelle

Ausflug nach Imlil

Marokko ist ein Land voller Tradition und Geschichte. Ein Besuch in die ländliche, ursprüngliche Region ist auf jeden Fall ein Muss! Youssef organisiert alles und nimmt uns sogar mit zu seinem Elternhaus, wo wir seine Mutter kennenlernen.

Berberdorf auf dem Weg nach Imlil

Natürlich halten wir an einigen Touristenattraktionen an und auch bei einigen Straßenhändlern wird Halt gemacht. Ich verstehe, dass viele Menschen hier auf diesen Tourismus angewiesen sind, und jede Möglichkeit nutzen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Trotzdem sind unsere Touren nie so ausgerichtet, dass wir zum Kaufen gezwungen werden. Es wird uns lediglich angeboten.

Ich lasse mich auf die Situation ein und darf sogar ein unbezahltes Foto von dem Schlangenbeschwörer machen.

In Imlil besuchen wir eine Frauenkooperative, die Bioarganöl sowie verschiedene Pflegeprodukte herstellt. Die Landschaft ist klasse und meine Reisegruppe ein Traum. Inzwischen hat sich uns Christo aus Südafrika angeschlossen. Wir kennen ihn aus dem Riad. Die Reise mach unglaublich viel Spaß. Und das ist ein Umstand, weshalb ich gerne reise: Es passieren die schönsten Dinge mit den verrücktesten Menschen!

Dresscode

Die Kleidung hat mir am meisten Kopfzerbrechen beschert. Ich weiß auch nicht warum. Dabei ist es sehr einfach: Es muss luftig sein, darf aber nicht zu viel Haut zeigen.

Erstaunlicherweise waren ziemlich viele Touristinnen in Hotpants und mit bauchfreien Tops unterwegs, und zwar kombiniert!

Diese Provokation würde ich ihn Marokko unterlassen.

Essaouira

Folgt man einer Straße ca. 200 km gen Westen, dann kommt man in die idyllische Hafenstadt Essaouira. Die Fahrt dauert allerdings einige Stunden, selbst mit dem Auto und es geht wirklich nur geradeaus durch eine karge Steppe. Damit es nicht zu öd wird, gibt es auch hier die ein oder andere Touristenattraktion. Wir haben uns die Ziegen angeschaut:

Dieses Foto hat 5 € gekostet. Aber das war es mir wert. Habt ihr sowas schonmal gesehen?

Die Ziegen klettern auf die Äste, um die Beeren des Arganbaumes zu fressen. Angeblich. Wie ich später herausfinde, ist diese Attraktion reines Kalkül. Die Ziegen werden auf die Bäume gelockt oder sogar dort platziert. Weder für die Ziegen noch für den Baum ist diese Zusammenarbeit förderlich.

Am Ende schäme ich mich, dass ich darauf hereingefallen bin und dies auch noch unterstützt habe.

Reisen ist einfach unglaublich wichtig. Ja, Fliegen ist einer der Top Klimakiller und gewiss, es muss grundlegende Veränderungen geben. Ich bin überzeugt, dass es diese auch bald geben wird.

Aber zurück zu der Wichtigkeit des Reisens. Wie könnte ich andere Kulturen verstehen, wenn ich ihnen nicht begegne? Wie könnte ich sehen, welche Bedürfnisse andere Menschen haben, wenn ich meine Deutschland-Blase nicht verlassen würde? Leider ist die Berichterstattung oft sehr subjektiv und negativ. Uns wird sooft Angst gemacht. Auch meine Familie stand meiner Reise erst skeptisch gegenüber. Und ja, ich hatte bei der Ankunft schon ein mulmiges Gefühl. Weil es mir vorprogrammiert wurde. Natürlich, Angst schützt vor Gefahr. Doch Angst sollte nicht die menschlichen Begegnungen zwischen Kulturen zerstören.

In Marrakesch sehe ich freundliche Menschen. Ich sehe Leben, Miteinander und Religion. Ich sehe die westliche Welt, die ihre Prinzipien mit ins Land bringt. Ich sehe Essensreste auf der Straße und Smog in der Stadt. Autos, die so alt sind, dass ich mich über ihre Fahrtüchtigkeit wundere. In Sachen Klima- und Umweltschutz muss sich einiges in Marokko tun. Ich treffe Händler, die gerne auf Plastiktüten verzichten möchten. Menschen, denen es tatsächlich zu dreckig in der Stadt ist. Wissen kann nur transferiert werden, wenn wir uns austasuchen. und dazu sind persönliche Begegnungen nötig. Mit diesem Blog erreiche ich wohl kaum irgendwelche Veränderungen. Doch eines erhoffe ich mir: Die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen und zeigen zu können, wie es wirklich ist.

Nun aber weiter nach Essaouira!

Hier gibt es Fisch (leider auch Haifisch) und ein maritim-marokkanisches Einkaufserlebnis. Die Stadt ist deutlich entspannter und sauberer, die Luftqualität gefühlt ein Traum! Wer geeignete Fotospots sucht ist hier genau richtig.

Ich halte absolut nichts von Kamelreiten oder generell Aktivitäten, die für Tiere absolut unnatürlich sind. Ich gebe auch zu, dass ich mich in diesen Bereichen auch nicht so gut auskenne. Es wäre denke ich sogar möglich, mit den Tieren zu Leben und zu Arbeiten. Doch gibt es viele Besitzer, die ihre Tiere nicht gut behandeln. Und wenn ich einen Stock in der Hand sehe, bin ich mir nicht sicher, ob dies eine reine Vorsichtsnahme oder ein Utensil zur Ausübung von Macht ist.

Tumbuktu ist freundlich und lässt mich sogar seinen rauhen Kamelhaarhals streicheln. Für dieses Foto habe ich auch 5€ bezahlt und ich musste ca. 100 Mal sagen, dass ich nicht reiten möchte und deshalb auch nicht mehr bezahlen möchte. Tumbuktus Besitzer war etwas verdutzt, ließ sich aber überzeugen, auch vor die Kamera zu kommen.

Marokko und inbesondere Marrakesch sind aufregende Orte. Es gibt viel zu entdecken und viel zu kommunizieren. Die Menschen (Händler) sind freundlich und gut drauf. Wir wurden nur einmal von Verkäufern auf dem Djemaa el Fna bedrängt. Mit Google Maps kann man sich sehr leicht durch die Stadt navigieren, ohne Internetverbindung, einfach per GPS. Die Preise für Essen und Waren sind dem Niveau in Deutschland sehr ähnlich. Mittlerweile lassen sich die Händler nicht mehr auf jede Verhandlung ein, oder wir waren zu unbestimmt :).

Tips für eine entspannte Reise

  • reist jeweils am Tag an und ab!
  • organisiert euch den Transport vorab
  • traut euch mitten in der Medina zu wohnen
  • respektiert den Dresscode
  • bringt feste Schuhe mit, die Gassen sind oft sehr dreckig, uneben und verkehrsreich
  • Marokkaner mögen nicht ungefragt fotografiert werden!
  • lasst eure Touren von einem Guide organisieren und im besten Fall begleiten (Sprache)
  • fotografiert niemals in andere Riads (von der Dachterrasse) und passt auf, dass euch die Nachbarn nicht mit der Kamera sehen, das erzeugt Unmut und im schlimmsten Fall Ärger für euren Host